Der Midi - Treff ist eine wöchentlich stattfindende Gruppe, an der alle Kinder zwei Jahre vor ihrer Einschulung teilnehmen. Im Rahmen des Treffs werden vor allem die sozial-emotionalen Kompetenzen gefordert und gefördert, die auch wichtige Bausteine im Bildungsprozess und bei der Entwicklung der Schulfähigkeit sind.

Die Kinder sollen spielerisch Kontakt zu ihrer Gefühlswelt herstellen und so die Fähigkeit zur Empathie und Konfliktlösung erlernen. Dabei orientieren wir uns am Bensberger Mediationsmodell „Anders streiten lernen“.


Jede*r ist anders!
Jeder Mensch ist anders, und das ist sehr gut so! Vielfalt macht unsere Welt so bunt und spannend, wie sie eben ist. Gemeinsam mit den Midi-Kindern stellen wir uns zunächst folgende Fragen: Wer bin ich eigentlich? Und wer bist du? Was sind unsere Unterschiede, was unsere Gemeinsamkeiten? Was verbindet uns, trotz unserer Verschiedenheit? Und was heißt eigentlich "normal sein"? Dazu finden Mal- und Bastelaktionen, Bilderbuchbetrachtungen und viele Gespräche statt – so wird den Kindern spielerisch und wertschätzend die Vielfalt in ihrer Umgebung bewusst gemacht.

Gefühle wahrnehmen und verstehen
Um ein friedvolles Miteinander zu erleben, unterstützende Beziehungen aufzubauen und Konflikte möglichst fair lösen zu können, ist es wichtig, die eigenen Gefühle und die der anderen einschätzen und zur Sprache bringen zu können. In Rollenspielen und mithilfe von reflektierenden Gesprächen führen wir die Kinder spielerisch an ihre Gefühle heran und ermöglichen ihnen so, ihren emotionalen Wortschatz zu erweitern, Verständnis füreinander zu entwickeln und Kontakt zu ihrer eigenen Gefühlswelt zu knüpfen.


„Ich schenke dir dieses Herz, weil…“
Die Kinder üben sich im Herzenskreis darin, zu erzählen, was sie selbst bewegt. „Ich bin heute fröhlich/traurig/wütend, weil…“ und dabei hinzuhören, was den anderen bewegt.

Sie schenken sich Herzen mit dem Satz: „Ich schenke dir dieses Herz, weil du…“ So werden sie ermutigt, Positives, das man am anderen wahrgenommen hat, auszusprechen.

Sie erfahren, wie gut es einerseits tut, gesehen und wertgeschätzt zu werden und lernen andrerseits, ihren Blick offenzuhalten für die Stärken und Fähigkeiten ihrer Mitmenschen und ihnen das Wahrgenommene zu spiegeln.


Anders streiten
Das Projekt "Anders streiten" ist tief in unserer Konzeption verankert und wird bereits mit den Jüngsten im U3-Bereich im Alltag bei Streit unter den Kindern angewendet. Im Midi - Treff erhalten die Kinder nun aber noch einmal einen anderen Zugang zu dem Thema.

Gemeinsam besprechen wir fiktive Streitgeschichten, in denen immer zwei Figuren vorkommen. Jede Figur hat einen Anteil am Streit. Die Kinder beobachten und hören zunächst genau zu. Anschließend wird erörtert, was eigentlich passiert ist. Wichtig dabei: Es geht nicht um die Schuldfrage. Jede Figur hat einen Anteil am Streit, beide Figuren haben ihre Gründe für ihr Handeln, beiden Figuren wird das Recht eingeräumt, so zu fühlen, wie sie fühlten.

Die zentrale Frage ist stattdessen: Wie haben sich die beiden Figuren gefühlt? Und was können die beiden tun, damit es am Ende allen wieder gut geht?

Durch Rollenspiele und Handpuppen erhalten die Kinder so die Möglichkeit, einen Streit zu erfahren und wertschätzend zu lösen, ohne selbst wirklich Teil davon zu sein. Dieses Verhalten überträgt sich dann, mit der Zeit, auf ihr alltägliches Handeln.


Zum unserem Midi-Programm gehört auch der Selbstbehauptungskurs „Löwenstarke Kinder“
Leider ist es derzeit so, dass jedes 7. Kind in Deutschland im Vorschulalter bereits mit Mobbing in Berührung gekommen ist. Im Grundschulalter werden die Zahlen noch alarmierender: jedes 3. Kind hat bereits Erfahrungen mit Beleidigungen, Verhöhnungen und sogar Erpressungen gesammelt. Diese überfordernden Ereignisse werden sich aller Wahrscheinlichkeit nach negativ auf die weitere Entwicklung auswirken.


Durch das Training in dem Selbstbehauptungskurs „Löwenstarke Kinder“, das von einer externen Trainerin durchgeführt wird, werden die Kinder sicherer in ihrer Kommunikation und ihrem Auftreten. Sie lernen
- ihnen gesetzte Grenzen bewusster zu respektieren
- eigene Grenzen kommunikativ und gewaltfrei zu setzen
- zu unterscheiden, wann es sinnvoll ist, ruhig und entspannt zu bleiben und wann es sinnvoll ist, sich deutlich mit Worten zu wehren
- sich selbst mehr zuzutrauen
- den Fokus auf die guten Dinge zu lenken

Sie üben sich darin,
- mit Beleidigungen gelassen umgehen zu können
- Sachen zurück zu bekommen, die ihnen weggenommen wurden
- wie sie sich effektiv mitteilen können, wenn ein anderes Kind sie festhält
- was sie tun können, wenn ihnen Gewalt angedroht wird
- andere um Hilfe zu bitten, wenn sie selbst nicht weiter kommen.


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